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Modernismus auf der Insel Mallorca

Europa unterwarf sich der Art Nouveau, kulturelle Bewegung die auch die Insel Mallorca erreichte, genauer gesagt trat sie in Palma und der Gemeinde von Soller hervor, wo es viele architektonische Überbleibsel des Vermächtnises vom Anfang des Jahrhunderts gibt.

Diese Route des Modernismus auf Mallorca möchte eine Vision davon geben, wie dieses kulturelle, europäische Phänomen die Balearen erreichte, einige interessante architektonische Juwelen hinterlassend, was kein einzelnes kulturelles Phänomen war, der Modernismus wurde auch benannt als: Jugendstil, Modern Style, Neue Kunst, Art Nouveau und auch Secession, verschiedene Namen, die eine kulturelle Bewegung definieren, die zum Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts stattfand.

Der gemeinsame Nenner dieser Bewegungbasiert auf einer Expressivität die der klassischen Sprache in den Kunstbereichen ein Ende setzt, der Kunst einen neuen Atem gebend mit Innovation und frischem Wind. Konkreterweise in Spanien wurden die verschiedenen regionalen architektonischen Aspekte des Modernismus gleichzeitig als architektonische Sprache genutzt. Um den Modernismus in Spanien zu verstehen muss man darauf hinweisen, dass es viele charakteristische Aspekte dieser Bewegung in der ganzen Geographie gibt, obwohl es nicht viele Gebäude sind, die durch die Mittel der Projekte der modernistischen Architektur entworfen wurden.

Der Modernismus wurde auf den Balearen durch katalanische Architekten eingeführt und wurde von den Fachleuten als Symbol für Cosmopolitismus und Entwicklung angenommen. Es ist seitdem ab 1907, dass man auf den Balearen drei modernistische Tendenzen hoch schätzen kann, die gleichzeitig stattfanden und die französische l'Art Nouveau, den katalanischen Modernismus und den Einfluss der wienerischen Linie der Secessión aufnehmen.

Um einen kurzen Rundgang durch den Modernismus im Zentrum der Stadt Palma zu machen, raten wir am Parc de la Mar zu beginnen, wir begeben uns von dort aus zur Avenida Antoni Maura und können zwei modernistische Werke betrachten, die der Tendenz der Secessió zuzuordnen sind, charakterisiert durch einen Modernismus der geraden Linien und eher nüchtern, aber mit überflüssigen Details wie geschnitzten Blumenornamenten oder Fensterdekorationen.

Die Nummer 56 dieser Allee ist das Ca'n Mulet, Werk des Architekten Gaspar Bennàssar und wurde vor Kurzem renoviert, das Portal nimmt einige klar dem Modernismus zuzuordnende Gesichtspunkte auf mit seinem Blumenaspekten, sowie dem Design der äusseren und inneren Gitter.

Ein weiteres modernistisches Werk ist das Ca'n Salas, an der Ecke der avenida Antoni Maura und dem Passeig Sagrera, vom selben Architekten, auch wenn es an Interessantheit verloren hat, aufgrund eines in den Dreissigern erlittenen Umbaus, der seinen ursprünglichen Zustand entstellt hat.

Wenn wir dem Passeig Sagrera bis zur Llotja folgen, können wir das Gebäude von Ca'n Coll betrachten, Werk der Zusammenarbeit von Gaspar Bennàssar und Jaume Alenyar, auch wenn dieses Gebäude bedauerlicherweise nicht restauriert wurde und die Instandhaltung schlecht ist, dem Rundgang folgend können wir eine kleine Pause in der Nummer 3 der Carrer de la Boteria, La Bóveda, machen, um etwas zu essen und zu trinken, aber vorher sollten wir das Design der oberen Gitter des Gebäudes betrachten, die in Stein gehauenen Fenster und die Ornamente des Daches.

Unserem Rundgang folgend kommen wir an die Placa de la Reina, um Kurs zu nehmen auf die Carrer Conquistador, wo es interessant ist das Erdgeschoss des alten Gebäudes des Círculo Mallorquín, in modernistischer Sprache reformiert im Jahre 1913 durch Miquel Madorell i Rius, gesellschaftlicher Sitz der mallorquinischen Bourgeoisie, diese Umgestaltung affektiert das ursprüngliche Aussehen, enwickelt durch Antoni Sureda i Villalonga.

Die Hauptfassade dieses Gebäudes befindet sich in der calle Palau Reial und besitzt ein Oberlicht aus Eisen und Glas, flankiert von monumentalen Säulen aus Stein un Marmor, einen höchst interessanten Innenraum schaffend; ab 1982 wandelte sich das Gebäude in den Sitz des Parlaments der Balearen. In seinem Inneren erhält man den antiken Aufzug in eine Telefonzelle umgewandelt und einige Ausgucke wo man durch die Fenster von modernistischen Künstlern geschaffene Glasarbeiten betrachten kann.

Unserem Rundgang folgend, in der Nummer12 der Carrer Palau Reial, finden wir ein Portal, das unsere Aufmerksamkeit erregt, sowie auch in der Nummer 14 und der 17 die antike Banco de Crédito Balear gegenwärtig restauriert und aktueller Sitz der Conselleria d’Economia i Hisenda, an der Nummer 16 derselbigen Strasse ankommend befindet sich der Haupteingang des Parlaments.

Antoni Gaudi war der Beauftragte einige Umbauten an der Kathedrale Palmas zu übernehmen, diese inspiriert in der Sehnsucht nach kirchlicher Erneuerung, sie trachteten nach einer grösseren bürgerlichen Beteiligung in der Liturgie. Der Bischof Campins war der Förderer der Renovierung der La Seu in Palma, und es war ab 1904 als Antoni Gaudí den Umbau begann, bis 1914, er hob den Baldachin, die Tribüne und die Gitter des Altarraums hervor, wie auch die Beleuchtung des Kirchenschiffs und der königlichen Kapelle, durch eine Beleuchtung in Form einer Kette, wie auch die Fenster der zweite Baldachin und die Treppe zum Altar unter anderem hervorhebbar sind. All dies entworfen von Antoni Gaudí.

Nun schon in der Nähe des Plaça de Cort, finden wir die Ecke carrer de Jaume II., Ca'n Cornella, ein Projekt von einem Baumeister, Nicolau Lliteras, am Ende de 19. Jahrhunderts durchgeführt, das sich heute noch in einem guterhaltenem Zustand befindet; dieses Gebäude betrachtet man als prämodernistisch wegen seiner chronologischen Stufe mit einer Ästhetik basierend auf einer geschichtlich neomaurischen Architektur.

Der Carrer Colom folgend, kommen wir an der Nummer 11 vorbei, das alte Casa de las Medias, heute Juwelier Miró, das mit farbigen Keramiken der Fabrik La Roqueta geschmückt ist. Ein bisschen weiter spazierendkommen wir an die Plaça del Marquès de Palmer, wo das Gebäude an der Ecke Carrer Ca ses monges, Ca’n Forteza Reyeure Aufmerksamkeit erregen wird, ein 1909 beendetes Werk und bewundertes Schmuckkästchen des Modernismus, sein äusseres ist von welligen Linien und reichhaltig an tierischen und pflanzlichen Ornamenten, konsequent mit der Art Nouveau und dem katalanischem Modernismus, dieses Gebäude ist eins der repräsentativsten für den palmesaner Modernismus, sowie das Nachbargebäude El Águila, entworfen von Gaspar Bennàssar und Jaume Alenyar im Jahre 1908 zur kommerziellen Nutzung; dieses übernimmt modernistische Elemente der Wiener Tendenz, Hauptmotiv ist der Bogen im Mittelpunkt, und die Dekoration erinnert an die Metrostation Karlsplatz in Wien, Vorläufer des Wiener Jugendstil oder der Secessió.

Bevor wir die Oberstadt Palma's verlassen um die Unterstadt zu durchlaufen, ist noch das Ca'n Forteza in dre Carrer Brosseria Nummer 3 wichtig, wo im Erdgeschoss eine antike Bücherei liegt und noch heute modernistisches Mobiliar und Keramiken beherbergt; unseren Spaziergang wieder aufnehmend wenden wir uns nun, die Treppen der Plaça Major hinabgehend, in Richtung des Forn del Teatre wo dessen Details und Windungen auf einen Modernismus mit Inspirationen der Art Nouveau zurückgehen; dann gegenüber des Forn gelegen an der Plaça Weyler befindet sich der antike Sitz des Gran Hotels, hier findet man eine Explosion des Modernismus auf kleinstem Raum, wobei dies ein Schlüsselort des Modernismus in Palma ist. Den Entwurf übernahm Lluis Domènech i Muntaner im Jahre 1901 und die Leitung des Baus der 1903 endete übernahm Jaume Alenyar, das Gran Hotel, Sitz der Fundació La Caixa in Palma, hebt sich in jeder Hinsicht hervor. Keramiken, Glasarbeiten, behauener Stein, Interior, Mobiliar.

Uns dem Ende der Route über eine Seitenstrasse des Plaça del Mercat, vor Santa Catalina Thomàs sehr nahe beim Gran Hotel, nähernd, sehen wir zwei Zwillingsgebäude die zwei Ecken in Übereinstimmung bringen, es handelt sich um die Cases Casasayas, entworfen von Francesc Roca i Simó im Jahre 1908 und das andere bekannt als Pensió La Menorquina aus dem Jahre 1909.

Es ist interessant diese städtische Lage so nahe beim Gran Hotel, aber mit einigen sehr unterschiedlichen, mehr rohen modernistischen Charakterzügen, ohne tierische oder pflanzliche Ornamente, hier mehr mit den geometrischen Merkmalen der secionistischen Tendenz.

Um die Route im Zentrum zu beenden überqueren wir die Plaça del Mercat und kommen an die Seitenstrasse Carrer Unió, genauer an die Nummer 15, es ist der Forn fondo, der seine modernistische Vergangenheit der Richtung Art Nouveau in der Beschriftung und Details der Fassade konserviert.

Das Zentrum Palma's verlassend, schon in der Zone von Eixample, heben sich andere architektonische modernistische Merkmale hervor, aber sie weichen schon sehr vom Zentrum oder der Altstadt Palma's ab, obwohl sie dadurch nicht weniger wichtig sind, es sind wichtige Details der Ornamentierung an sinnbildlichen Gebäuden wie der Caja de Ahorros y Monte de Piedad de las Baleares in der Carrer Ramon Llull, ebenfalls des Architekten Bennàssar. Die Plaça de Sant Francesc kreuzend kommen wir an die Plaça Quadrado wo das Ca’n Barceló eine Fassade von höchstem Interesse aufweist, Werk des Meisters Bartomeu Ferrà, wo sich die Keramikarbeiten mit Alegorien zu den Künsten der Architektur, der Wissenschaft, der Musik etc., hervorheben, der mallorquinischen Bourgeoisie des 19. Und Anfang des 20. Jahrhunderts als treuer Spiegel dienend.
br> Von dort aus lohnt es sich abzuweichen zur Carrer Sindicat über die Carrer de la Llotgeta und die Fassade der Casa Roca zu sehen und am Ende der Carrer Sindicat, kommen wir an die Porta de Sant Antoni, dor befindet sich das Gebäude Triquet das unsere Aufmerksamkeit erregt, ebenfalls entworfen von Bennàssar.

Uns über die Avinguda Alexandre Rosselló der Plaça D’Espanya nähernd, sind die Bar Niza, die Bar Cristal und andere Gebäude in der Umgebung wie El Banco Comercial Trasatlántico und Ca’n Segura von modernistischen Merkmalen, ebenso wie das Coliseu Balear oder die Plaça de Bous, das aktuelle kulturelle Zentrum S’Escorxador ( der alte städtische Schlachthof ) und auch der Friedhof von Palma ihre modernistischen Gesichtszüge hervorheben.

Am gesamten Stadtrand tauchen ebenfalls modernistische Gebäude mit eigenen Gesichtszügen dieser Bewegung sei es durch die gehauenen Steine, oder durch unter anderem Lampen und Gitter, auf. Eine der am weitesten entwickelten Gemeinden mit einem Hauch von Stadt, wo der Modernismus eine grosse Bedeutung einnahm, ist Soller, wo die Merkmale des Modernismus vielfältig sind dies ist der Fall bei der Eisenbahnstation Sollers, der modernistischen Fassade der Pfarrkirche Sant Bartomeu und der Banc de Soller entworfen von Joan Rubió Bellver; ebenfalls heben sich Wohnhäuser wie Ca’n Moratel, Ca’n Mateu Frontera, Ca’n Bell Esguardy, Ca’n Prunera hervor, fast alle dieser Gebäude befinden sich in der Carrer Lluna dieser Gemeinde.

Letztendlich war der Modernismus eine architektonische Tendenz von grosser Kraft auf der Insel Mallorca, die vielfältige Gebäude hinterlassen hat, die heute der modernistischen Route der Insel Mallorca Gestalt verleihen, klarer Höhepunkt der Bourgeoisie-Gesellschaft zu Beginn des Jahrhunderts und Exponent des bürgerlichen Kosmopolitismus vor allem der Stadt Palma und der Gemeinde von Soller.

Mehr informationen:


Ajuntament de Palma - Straßenkarten der Stadt

Ajuntament de Sóller - Stadtspaziergänge



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